Ingenieurbüro Schierbaum
Rosenfenster
DENKMALSCHUTZ
Denkmalpflege

Denkmalpflege

Denkmalpflege

Konsequenter Denkmalschutz ist Erhaltung historischer Bausubstanz. Geschützt nach dem Verständnis der Denkmalpflege ist ausschließlich die bestehende Substanz vor weiterer Dezimierung. Daraus ergibt sich heute die nicht geringe Aufgabe, ein enormes Spannungsverhältnis zu lösen. Zeiten leerer Kassen, allgegenwärtige Schrumpfung und eine große Zahl von Leerständen machen die effektive Nutzung historischer Gebäude für deren Erhaltung zu einem Überlebenskriterium. Die Nutzung alter Bausubstanz unter den heute vorherrschenden Wünschen bzgl. Komfort und Bequemlichkeit ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung.

Eine intensive Auseinandersetzung mit dem konkreten Einzelfall, ein kreatives Durchdenken aller Möglichkeiten, der Mut zu unkonventionellen Lösungen, ein Handeln im Sinne von Nachhaltigkeit anstatt von Modeerscheinungen und liebevolles Engagement sind die richtigen Wegweiser für akzeptable Ergebnisse.

Am praktischen Beispiel heißt das: wertvolle alte Fensterkonstruktionen werden je nach Anforderung in traditioneller Art und Weise restauriert, repariert oder gewartet. Das Hinzufügen von Vorsatzfenstern ist eine Möglichkeit, neue zeitgemäße Funktionalität bei gleicher optischer Wirkung zu erreichen. Erst, wenn es technisch und wirtschaftlich nicht anders zu vertreten ist, sollte das ursprüngliche Bauelement ersetzt werden. Dieser Ersatz muß sich in Material, Gestaltung und Funktion am Original orientieren und sich in das Erscheinungsbild des Gebäudes integrieren. Lösungen hierfür sind authentische Sonderkonstruktionen nach Funden und Plänen.

Authentizität wahren und achten, heißt Details möglichst unverkürzt nachzubauen und somit dicht an die Zeugniskraft der Überlieferung heranzurücken.

Mit dem Errichten von Scheinaltertümern begeben wir uns die Nähe des Altertümelns, der Verniedlichung, Überschmückung und künstlerischen Ästhetisierung. Wir begeben uns dann ins Deuten und Deutung birgt immer die Gefahr des Irrtums in sich.

Historische Gebäude wurden jahrhundertelang nach den gleichen Regeln gebaut. Historische Fenster basieren in ihren Grundkonstruktionen auf den  traditionellen menschlichen Maßproportionen und bringen dadurch optimale Eigenschaften für die behutsame Neubefensterung mit. Bei deutlichen technischen Verbesserungen und Dämmeigenschaften haben wir schon oft gehört: „Man sieht ja gar nicht, daß neue Fenster eingebaut wurden.“ – eins der schönsten Komplimente, wenn man in der Denkmalpflege arbeitet.